Mittwoch, 6. Januar 2016

Kehrwoche - Abgeschobene, abgebrochene und quälende Bücher





Wer kennt sie nicht: Die Bücher, die einen einfach nicht richtig packen können, die uns Seite um Seite mehr langweilen und denen wir einfach nichts abgewinnen können. Was ist dann zu tun? Abrechen oder sich quälen? Wie soll ich entscheiden, wann ich einem Buch noch eine Chance geben soll oder wann man es lieber darauf beruhen lassen soll und sich sagt: Es ist einfach nicht meins. Besonders frustrierend wird es aber dann, wenn jeder in deinem Umfeld dieses gewisse Buch in den Himmel lobt. Eigentlich müsste alles passen: Das Buch bekommt gute Rezensionen, ist genau mein bevorzugtes Genre und auch der Klappentext spricht mich zunächst an. Aber schon nach ein paar Kapiteln langweilige man sich und die Gedanken schweifen ab: "Ich könnte jetzt ... tun", "was esse ich denn heute Abend?", und "eigentlich müsste ich ja mal wieder bügeln". Wenn abschweifende Gedanken unserem Lesevergnügen im Weg stehen, dann kann das zwei Ursachen haben: 

1) Es liegt an mir: Ich bin generell durch Stress abgelenkt und könnte mich auch auf kein anderes Buch zu 100% konzentrieren. 
2) Oder aber, es liegt am Buch: der Schreibstil sagt mir nicht zu, die Charaktere sind zu platt oder die Handlung fühlt sich an, wie schon in 100 Büchern zuvor gelesen. 

Wenn es an mir und meiner derzeitig stressigen Situation liegt, würde ich das Buch einfach mal zur Seite legen. Mit ein bisschen Abstand und einer guten Serie kann man so auch gut eine anbahnende Leseflaute abwehren. 
Wenn es aber am Buch liegt ist die Situation schon etwas schwieriger. Ich selbst war schon oft in der Lage, dass mich ein Buch nicht richtig packen konnte. Also was nun: Abrechen, Weiterquälen oder zur Seite legen? Ich habe schon alles davon getan und habe auch konkrete Begründungen für meine jeweiligen Entscheidungen. Hier ein paar Beispiele:

Abgebrochen
"Bis ich dich wiedersehe" von Marc Levy 


Marc Levy konnte mich noch nie mit seinen Büchern enttäuschen. Mein erstes Buch von ihm war "Wer Schatten küsst", danach habe ich "Die zwei Leben der Alice Pendelbury" und "Solange du da bist" gelesen und geliebt. Ich war der Meinung das alles, was aus Levys Feder stammt eine Meisterleistung sein müsse. Und dann kam "Bis ich dich wiedersehe" und ich war ratlos. Der Klappentext ist so vielversprechend, aber in mir konnte keine Begeisterung aufkommen. Keine aufregenden oder besondere Charaktere, kein interessantes Setting und so gut wie keine Handlung. Da ich zuvor nur Gutes von ihm gelesen habe, wollte ich nicht so schnell aufgeben und habe auf das ganz besondere Etwas gewartet. Aber nach knappen 130 Seiten hatte ich einfach die Lust verloren und habe es abgebrochen. 


Weiter "quälen"
"Der Marsianer" von Andy Weir


Diese Wahl wird wohl einige schockieren, aber zu Beginn konnte mich "Der Marsianer" leider nicht vom Hocker reißen. In jedem Buchladen, auf jeder Bestsellerliste und sogar auf den Kinoleinwänden kommt einem dieser Titel entgegen. Als ich dann auf der Frankfurter Buchmesse von vielen begeisterten Stimmen gehört habe, wie toll dieses Buch doch sei, da musste ich es einfach auch lesen. So viele Leute können ja nicht falsch liegen! Aber die ersten Seiten und Kapitel haben sich für mich leider sehr in die Länge gezogen. Die vielen technischen Einzelheiten und die Fakten, waren einfach zu viel für mich. Ich habe ernsthaft mit dem Gedanken gespielt das Buch bei 50 Seiten abzubrechen. Aber - und jetzt kommt das große ABER - ich habe weitergelesen. Es kann ja nicht sein, dass alle von diesem Buch schwärmen und nicht verstehe warum. Also las ich weiter. Und dann kam Kapitel 6. Und ich war wie gebannt! 


Zur Seite gelegt

"I´ll give you the sun" von Jendy Nelson


Ein Buch, das auf fast jedem Instagram Account zu bestaunen war und überall hoch gelobt wurde: "I´ll give you the sun". Ich glaube stark daran, dass es bei diesem Buch einfach an mir lag. Es war ein falscher Zeitpunkt, kurz vor einer Leseflaute. Einfach falsches Timing. Aber ich werde diesem Buch noch eine Chance geben. In der langen Nacht der ungelesenen Bücher werde ich mir "I´ll give you the sun" noch einmal eine Chance geben.  







Welche Bücher habt ihr abgebrochen oder zur Seite gelegt? Habt ihr euch vielleicht auch durch ein Buch durchkämpfen müssen und hat es sich dann auch gelohnt, wie bei mir und "Der Marsianer"?

Kommentare:

  1. Hallo Stephie,

    ja das kenne ich auch .. ab und zu ist es besser ein Buch abzubrechen als sich durchzuquälen und am Ende leidet die gesamte Leselust. Ich habe gerade The Bone Season angebrochen, das ist mir einfach zu wirr und zu wenig Spannungsbogen, es plätschert vor sich hin aber so richtig verstanden habe ich den Weltenbau nicht.

    Durckgekämpft habe ich mich zuletzt bei Die Kinder des Nebels von Brandon Sanderson. Es hat echt echt lange gedauert, bis ich ne Bindung zum Buch gespürt habe ... aber dann hats Spaß gemacht und ich war froh durchgehalten zu haben.

    So isses halt manchmal ;-) Und lesen soll Spaß machen und nicht quälen!

    Liebe Grüße
    Kati@ZeitzuLesen

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    1. Hallo Kati,

      Ja, da hast du recht. Im Fall von "Der Masrianer" war ich wirklich froh, dass ich weiter gelesen habe. Aber bei manchen Büchern kann so etwas schnell in einer Leseflaute enden. Lieber zu einem wirklich tollen Buch greifen und sich nicht mehr quälen.

      Liebe Grüße,
      Stephie

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  2. Huhu, oh ha, das ist ja schade das du so einen Kamp hattest mit dem Marisaner. Aber auch schön, dass es sich dann noch gelohnt hatt. Ich werde es mir merken, falls es mir acuh so ergehen sollte wie dir, falls ich das Buch irgendwann mal habe :D. Ich leg solche Bücher dann auch meisten zur Seite und les erst mal ein anderes. Wenn es mir mit dem dann auch so geht, dann greif ich immer erst mal zu einem Reread meiner liebsten Bücher, damit ich nicht in eine Leseflaute schlitter :D. Wenn sie mich dann bei einer zweiten Chance nicht überzeugen brech ich sie ab, zumindest mittlerweile, früher konnt ich das gar nicht^^. glg

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