Sonntag, 6. September 2015

"Schau mir in die Augen, Audrey" von Sophie Kinsella

Sophie Kinsella kennen und lieben wir schon seit vielen Jahren für ihre humorvollen Chick-Lit Romanen mit tollen Protagonisten. Mit "Schau mir in die Augen, Audrey" hat sie sich auf ein anderes Terrain gewagt und ist die Welt der Jugendliteratur eingetaucht. Mit Audrey schafft Sophie Kinsella eine ganz besondere Protagonistin,  die in ihren jungen Jahren schon viel durchmachen musste...

Orig. "Finding Audrey" // Aus dem Englischen von Anja Galíc // Paperback, 384 Seiten // ISBN: 978-3-570-17148-6 // € 14,99 [D] // Verlag: cbj
 

Audrey setzt ihre Sonnenbrille nie ab - nicht einmal im Haus. Wegen einer Angststörung verlässt sie nicht mehr das Haus, sie wird zuhause unterrichtet und kann mit neuen Situationen und neuen Menschen schlecht umgehen. Und trotzdem ist sie nicht die verrückteste in ihrer Familie. Ihr großer Bruder Frank, der Tag und Nacht Computerspiele spielt und ihre Mutter, die sich ihr Wissen aus der DailyMail holt, sind ihr dicht auf den Versen. Als ihre Therapeutin vorschlägt, dass Audrey einen Dokumentarfilm über ihr Leben drehen soll kommt sie langsam aus ihrem Schneckenhaus heraus. Vor allem wenn Linus, ein Freund ihres großen Bruders, vorbeikommt...

Audrey hatte in ihrer Vergangenheit mit Mobbing zu kämpfen, genaueres kann man aber leider nur vermuten. Ich fand es schade, dass es nicht wirklich aufgeklärt wurde, was zu ihrem Trauma geführt hat. Dennoch gefiel mir die Art, wie Sophie Kinsella Audreys Leben gezeichnet hat. Sie ist keine 0815 Protagonistin und wirkt auch viel älter als ihre vierzehn Jahre. Auch die Nebencharaktere, wie Frank, Audreys Mutter und Linus konnten mich sehr begeistern. Ich mochte vor allem die Art, wie Linus mit Audrey umgegangen ist und das er sie nicht behandelt hat wie ein rohes Ei. 

Mir hat besonders der lockere und humorvolle Schreibstil gefallen. Man fliegt praktisch durch die kurzen Kapitel und das ganze Buch. Der Einstieg in diesen besonderen Jugendroman ist mir sehr gut gelungen, wobei ich es schade fand, dass die Gründe von Audreys Problemen oftmals unter den Teppich gekehrt wurden. Die Charaktere sind jedoch so sympatisch und authentisch, sodass ich oft während dem lesen laut lachen musste. Die Thematik und der Verlauf der Geschichte sind mir ebenso positiv aufgefallen. 

"Schau mir in die Augen, Audrey" von Sophie Kinsella konnte mich mit einem großartigen Thema, einer außergewöhnlichen Protagonistin und viel Humor überzeugen. 


 

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