Montag, 20. April 2015

"Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" von Jessica Park | Rezension

Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten
ISBN 978-3-7855-7867-4
[D] 17,95 €
Verlag: Loewe

Julie ist bereit für ihr erstes Studienjahr in Boston. Voller Vorfreude und mit gepackten Koffern macht sie sich auf den Weg zu ihrer ersten eigenen Wohnung und muss sich der harten Realität stellen: Sie wurde übers Ohr gehauen. Ihre Wohnung ist in Wirklichkeit ein schäbiges Burritorestaurant. Völlig Verzweifelt erreicht sie ihre Mutter in Ohio, die ihr prompt eine Unterkunft bei einer alten Studienfreundin besorgt. Die Familie nimmt Julie gerne bei sich auf und so zieht sie vorübergehend in das Zimmer des reisenden Sohnes Finn. Eigentlich scheint diese Familie ganz normal zu sein, doch die 13-jährige Celeste hat einen ungewöhnlichen Begleiter. Sie schleppt zu jeder Gelegenheit eine Pappfigur ihres Bruders Finn mit sich herum - und keinen scheint es wirklich zu stören...

Um ehrlich zu sein hätten mich Cover und Titel nicht wirklich angesprochen. Aber da ich so viel positives über dieses Jugendbuch gehört und gelesen habe, wollte ich ihm eine Chance geben. Und ich bin sehr froh, dass ich es getan habe! Ich habe wirklich nicht erwartet, dass sich so eine berührende Geschichte hinter diesem Buch verbirgt. 

Die junge Celeste ist nicht so, wie andere Mädchen in ihrem Alter - mal abgesehen von der lebensgroßen Pappfigur ihres Bruders Finn. Sie drückt sich immer sehr gewählt aus und kleidet sich alles andere als der Zeit entsprechend. Sie hat große Schwierigkeiten Anschluss an Gleichaltrige zu finden und hat darum keine wirklichen Freunde. Julie bemerkt dies und wundert sich warum weder ihre Eltern, noch ihrer Bruder Matt etwas dagegen unternehmen. Sie verbringt neben der Uni viel Zeit mit Celeste und versucht dabei ihrem Verhalten auf den Grund zu gehen. Langsam kommt sie aus ihrem Schneckenhaus heraus, aber die Pappfigur ist dennoch ihr ständiger Begleiter. Julie beginnt mit ihrem Bruder Finn zu schreiben und erfährt einiges über seine Weltreise, aber nichts über Celestes merkwürdiges Verhalten. 

Mich hat es wirklich beeindruckt, wie der Roman und die Protagonisten sich entwickelt haben. Wir erleben das Geschehen aus Julies Sicht underfahren viel über die Familie, die sie aufgenommen hat. Die Protagonisten waren alle einzigartig und authentisch. Neben der Entwicklung, die die Charaktere im Roman durchlaufen haben, merkt man aber auch die Probleme, die in der Familie herrschen, über die aber niemand sprechen will. Erstaunlich ist, dass die Eltern durch ihre Arbeit keine Zeit für ihre Kinder zu haben scheinen und Matt die Rolle des Elternteils für Celeste übernimmt. Eigentlich keine ideale Aufgabe, für einen jungen Mann, der selbst allerhand mit seinem Studium zu tun hat. 
Sehr berührend fand ich, wie Julie von der Familie aufgenommen und wie ein neues Familienmitglied mit einbezogen wurde. Es macht den Anschein, als sei Julie ein fehlendes Rädchen, dass wieder alles zum Laufen bringt. 

Ein toller Jugendroman, mit vielen humorvollen, aber auch einigen tiefgründigen und emotionalen Seiten. Wirklich überraschend und empfehlenswert!

1 Kommentar:

  1. Hallöchen meine liebe Stephie,
    eine sehr schöne Rezension hast du zu diesem Buch geschrieben. :D
    Ich habe es auch unheimlich gerne gelesen und bin ziemlich froh darüber es getan zu haben. Lange hatte ich mit mir gehadert es überhaupt zu lesen. :o
    Gestern ging auch meine Rezension zum Buch online und ich habe dich darunter verlinkt. :D
    Ich hoffe, dass das okay ist für dich!

    Liebst, Lotta

    AntwortenLöschen