Mittwoch, 26. November 2014

"Erebos" von Ursula Poznanski | Rezension

"Ich entziehe der Realität meine Zustimmung. Ich verweigere ihr meine Mithilfe. Ich verschreibe mich den Verlockungen der Weltenflucht und stürze mich mit ganzem Herzen in die Unendlichkeit des Irrealen."

Taschenbuch mit Prägung, 488 Seiten
ISBN 978-3-7855-7361-7
€ 9,95 [D] | € 10,30 [A]
Verlag: Loewe

Erebos sieht dich. Erebos hört dich. Erebos spricht mit dir. Erebos ist ein Spiel. Aber es spielt mit dir!

Erebos ist kein normales Computerspiel. Es steigt in deine Welt ein, kennt deine Gedanken und macht dich süchtig danach. Wer einmal angefangen hat es zu spielen, kommt nicht so einfach davon los. In einer Londoner Schule wird Erebos an ausgewählte Schüler rumgereicht. Die Regeln sind streng: Jeder hat nur eine Chance. Der Mitspieler darf mit keinem anderen darüber sprechen. Es herrscht pure Anonimität. Man kennt sich nur unter seiner fiktiven Identität. Wer sich nicht an die Regeln hält, fliegt raus. 

Nick führte ein ganz normales Leben. Er ist ein typischer Teenager, der Baskettball spielt, in die Schule geht, sich mit seinen Kumpels trifft und heimlich in ein Mädchen verliebt ist. Aber das ändert sich schlagartig, als es Erebos in die Finger bekommt. Nichts ist mehr wie vorher. Er vernachlässigt seine Aufgaben, seine Freunde, die Schule. Erebos hat ihn in den Bann gezogen. Erebos scheint ein gewöhnliches Rollenspiel zu sein, in dem man seine Figur erstellt und mit ihr verschiedene Aufgaben lösen muss. Jedoch bleiben nicht alle Aufgaben in der Welt des Spiels: Manche der Aufgaben müssen in der realen Welt ausgeführt werden. Und die haben es in sich...

Meine Gedanken zum Buch...

Ersteinmal muss ich sagen, dass ich kein Fan von Computerspielen und dergleichen bin. Deswegen war ich am Anfang skeptisch, ob ich mich mit Erebos anfreunden kann. Mir wurde von vielen Bloggern, aber zu meiner Überraschung auch im Freundeskreis gesagt, wie toll Erebos doch sei! Also wollte ich nicht länger warten und endlich wissen, was daran so faszinierend ist. 

Der Einstieg ins Buch ist mir gut gelungen. Wir lernen Nick kennen. Wir erleben alles aus seiner Sicht und lernen sein Umfeld besser kennen. Er geht auf eine gewöhnliche Schule in London, geht seinen Hobbys nach und ist ein mehr oder weniger guter Schüler. Doch schon bald bemerkt er Veränderungen unter seinen Mitschülern. Einige lassen sich immer mehr gehen, sind gereizter und gehen zum Teil gar nicht mehr aus dem Haus. Nick weiß gar nicht was plötzlich los ist, bis er eines Tages selbst das Spiel in die Handgedrückt bekommt. Aber er muss natürlich verschwiegen bleiben! 
Er startet das Spiel und ist schnell in den Bann von Erebos gezogen. Im Spiel kann man seine eigene Figur erstellen. Sarius ist von nun an, Nicks andere Hälfte. 
Wir bekommen in der ersten Hälfte des Buches zwei Sichtweisen. Zum einen die reine Spielwelt und somit die Sicht von Sarius und zum anderen Nicks Außenansicht. Irgendwann merkt man, dass Sarius die Oberhand gewinnt. Nick sinkt immer öfter in die Welt von Erebos ein. Als das Spiel aber eines Tages von ihm verlangt einer Person in der realen Welt Schaden zuzufügen, hört der Spaß auf. 

Ich muss sagen, dass der Teil, in dem es verstärkt um das Spiel geht und die irreale Welt, hatte ich Stellenweise das Gefühl "Wie lange soll das jetzt noch so gehen?". Das liegt, wie ich vorhin schon genannt habe, daran, dass mich dieses Erfundene und Irreale einer Spielwelt überhaupt nicht reizt. Die Stellen, an denen es aber um Nicks Gedanken geht und wie sehr die Sucht nach Erebos wächst, fand ich total faszinierend. Ich fand es wahnsinnig interessant darüber zu lesen, was in ihm vorgeht und wie schnell das Spiel die Oberhand in seinem Leben spielt. 
Ursula Poznanski hat es geschafft, diese Gedanken und Gefühle von Nick sehr realistisch und autenthisch zu beschreiben. Das war ein großer Pluspunkt. 

Die Tatsache, dass das Spiel in die Realität eingreift und mit den Spielern sprechen kann, gefiel mir auch zunehmend gut. Ich wollte mehr wissen und wurde fast schon "süchtig" nach dem Buch. Ich wollte es ab der zweiten Hälfte gar nicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht und was es mit diesem Spiel auf sich hat. Was steckt dahinter und warum greift das Spiel in die reale Welt ein? 

Ich bin wirklich positiv beeindruckt von Erebos (dem Buch) und kann jedem, der genauso wenig mit Computerspielen anfangen kann, wie ich, sagen, dass es sich dennoch lohnt es zu lesen. Tolle Charaktere, eine wahnsinnig außergewöhnliche Idee und ein fesselnder Schreibstil lassen mich Erebos bestimmt nicht so schnell vergessen! 

 

 

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