Dienstag, 5. August 2014

"Wer Schatten küsst" von Marc Levy

Vielleicht verhielt es sich mit der Liebe wie mit den Schatten, jemand tritt darauf und nimmt sie mit. Vielleicht ist zu viel Licht gefährlich für die Liebe, oder aber das Gegenteil ist der Fall, und die Liebe verblasst, wenn sie nicht genügend Licht bekommt, bis ihr Schatten ganze verschwunden ist. 

 
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 256 Seiten
ISBN: 978-3-7645-0430-4
€ 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 25,90

Verlag: Blanvalet 

Kurzbeschreibung
Er ist ein Junge mit einer ganz besonderen Gabe. Eine Gabe mit der er in die tiefsten Gedanken eines Menschen eindringen kann: Er kann die Schatten von denen stehlen, die seinen Weg kreuzen. Die Schatten erzählen ihm die tiefsten Sorgen, Wünsche und Ängste der Personen. Dinge, die sie sonst niemandem erzählen würden. Aber was soll dieser Junge mit einer solchen Gabe anfangen? Jahre später wird aus dem Jungen ein Mann. Er wird Arzt und besitzt immernoch die Fähigkeit mit Schatten zu sprechen. Kann er seinen Patienten helfen, ihre Träume zu leben? Und wird er selbst endlich sein Glück finden können?
 

Aufbau und Handlung
Der Roman ist in zwei Teile aufgebaut. Im ersten Teil lernen wir den Jungen in seiner Schulzeit kennen. Einen Jungen, den Dinge beschäftigen, die jeder Junge in seinem Alter auch hat: Schule, Freunde finden und die erste Liebe. Das alles erschwert sich jedoch durch den Umstand, dass er mit den Schatten seiner Mitmenschen sprechen kann und alles erfährt was die Person nie sagen würde. Er kennt die Geheimnisse, Probleme und Sehnsüchte der Menschen, die ihm nahestehen. Schon früh versucht er alles in seiner Macht stehende zu tun, um die größten Träume dieser Menschen in Erfüllung gehen zu lassen. Im zweiten Teil des Romans machen wir einen Zeitsprung und lernen den einstigen Jungen als angehenden Arzt kennen, der seine Gabe nutzt um seinen Patienten großes Leid zu ersparen. Dabei vergisst er aber oftmals sein eigenes Glück.

Meine Meinung 
"Wer Schatten küsst" ist ein ganz besonders emotionaler Roman, bei dem man mit dem Jungen leidet und sich mit ihm freut. Der Schreibstil von Marc Levy macht es möglich, sich in den Protagonisten hineinzuversetzen und mit ihm alle neuen Erfahrungen des Lebens durchzumachen. Es wird so gefühlvoll und authentisch beschrieben, sodass ich mich schnell in die Geschichte einfinden konnte und nicht mehr aus ihr heraus wollte. Der Schreibstil von Marc Levy ist so unglaublich schön, dass ich bis zum Schluss nicht bemerkt habe, dass der Protagonist nie mit Namen angesprochen wird. Ich konnte sein Leben aus seinem Blickfeld erleben und so sehr in die Geschichte eintauchen, dass es nie merkwürdig erschien seinen Namen nicht zu kennen! 
Auch das Cover finde ich, nachdem ich das Buch beendet habe, sehr gelungen. Die Details, wie die sich kreuzenden Schatten, das Mädchen mit dem Drachen und der Leuchturm sind wichtige Schnittpunkte im Leben des Protagonisten.

Fazit
"Wer Schatten fängt" ist ein großartiger Roman, mit viel Gefühl. Es vermittelt die Tatsache, nicht einfach nur in den Tag hineinzuleben, sondern etwas daraus zu machen und seine Wünsche nicht nur Wünsche sein zu lassen, sondern diese auch in die Tat umzusetzen. Ein fantastischer Schreibstil, interessante Protagonisten und eine wundervolle und interessante Handlung. Deshalb 5 von 5 Punkte von mir!


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