Montag, 11. August 2014

"Ein Teelöffel Land und Meer" von Dina Nayeri

"Wie oft müsste ich mit dem Teelöffel schaufeln, um den ganzen Weg von hier nach dort zu kommen?“ –S.58

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 
528 Seiten
ISBN 978-3-86648-013-1
€ 22,00[D] | CHF 31,50
Verlag: mare

Kurzbeschreibung
Saba und Mahtab sind Zwillinge und unzertrennlich – bis zu ihrem elften Lebensjahr, als Mahtab eines Tages mit ihrer Mutter plötzlich verschwindet. Amerika. Das ist die einzige Möglichkeit, wohin die beiden geflohen sind, das steht für Saba fest. Für das junge Mädchen bricht eine Welt zusammen, als sie auf einmal ohne Schwester und ohne Mutter zurechtkommen muss. Ihr Vater kümmert sich zwar liebevoll um Saba, genauso wie ihre drei Ersatzmütter, die in Sabas Leben eine große Rolle spielen, aber sie können nicht das ersetzen was Saba mit ihrer Schwester Mahtab verbunden hat. Sie versucht in ihrer besten Freundin Ponneh einen Schwesternersatz zu finden, aber dennoch ist die Sehnsucht nach ihrer geliebten Mahtab groß. Die Menschen im Dorf, reden über einen Badeunfall im Kaspischen Meer, aber für Sabas Zwillingssinn ist die Sache eindeutig: Mahtab und ihre Mutter sind nach Amerika geflohen, um dort ein besseres Leben zu führen. 

Die Handlung 
„Ein Teelöffel Land und Meer“ erzählt die Geschichte von der elfjährigen Saba, die ihr Leben im Iran bestreitet, obwohl ihr eine ganz andere Zukunft vorschwebt: Sie will Journalistin in Amerika werden und gegen all die Dinge ankämpfen, die im Iran falsch laufen. Genauso wie Mahtab! Denn ihr ist die Flucht nach Amerika gelungen. Das weiß sie ganz genau, denn schließlich sind sie Zwillingsschwestern und ihr Zwillingssinn sagt es ihr ganz genau! Auch wenn ihr die Dorfbewohner nicht glauben wollen. Die Handlung wird aus der Sicht von Saba beschrieben, wobei einzelne kurze Kapitel aus der Erzählung einer von Sabas Ersatzmüttern erzählt wird, Khanom Basir, die Mutter von Reza, Sabas bestem Freund. Sie glaubt nicht an die Flucht nach Amerika und hat ihre eigenen Ansichten, dieser verrückten Geschichte. Die Handlung beginnt 1981 mit dem Verschwinden von Mahtab und zieht sich über viele Jahre hinweg und zeigt die Entwicklung von Saba und endet im Herbst 2001.


Meine Meinung
Die Entwicklung, die Saba durchlebt ist sehr berührend. Ich konnte beim Lesen die Sehnsucht nach ihrer Schwester und nach einem besseren Leben richtig spüren. Das Leben und die Zustände im Iran werden erschreckend ehrlich dargestellt. Das Leben nach der Revolution hat alles verändert und das ist nicht leicht für die Menschen im Iran. Saba träumt von einem Leben in Freiheit und versucht alles in ihrer Macht stehende zu tun, um dieses Ziel zu erreichen. Den Wind in ihren Haaren zu spüren, einen Mann zu finden, den sie wirklich liebt und den Job auszuüben, der sie mit Leidenschaft erfüllt. Saba lernt stetig englische Vokabeln und sieht sich verbotene amerikanische Serien an, die sie illegal erwirbt. Alles, um dem amerikanischen Lebenstraum immer ein Stückchen näher zu kommen. Ihre Freunde Ponneh und Reza sind immer an Sabas Seite und gehen mit ihr durch alle Lebenslagen. Besonders gefallen hat mir die Entwicklung, die der Leser mit Saba miterleben kann. Die Art wie sie aufwächst, wie sie erwachsen wird und sich wichtigen Entscheidungen des Lebens stellen muss, ist wirklich interessant. Noch Jahre nach dem Verschwinden von Mahtab und ihrer Mutter erzählt Saba Geschichten, wie das Leben von Mahtab in Amerika verläuft.
Jeder Protagonist hat seine eigenen tollen Charakterzüge, die die Geschichte so spannend und lebendig machen. 

Fazit
„Ein Teelöffel Land und Meer“ erzählt eine berührende Geschichte von Sehnsucht nach der Schwester, nach einem fremden Land und nach Freiheit. Es ist ein faszinierender Roman über das Aufwachsen im Iran, mit all seinen Tücken, Regeln und Pflichten. Ich kann den Roman einfach weiterempfehlen: Fesselnde und aufwühlend! 
5/5 Punkte!

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