Mittwoch, 13. August 2014

"Dackelblick" von Frauke Scheunemann


„Mir ist immer noch nicht ganz klar, wie das eigentlich funktioniert. Fest steht, dass man dafür unglaublich lange auf ein Blatt mit einem seltsamen Muster gucken muss. Irgendetwas passiert dabei mit dem Menschen. In ihrem Kopf, meine ich. Denn ab und zu fangen sie an zu lachen, wenn sie so ein Blatt betrachten – obwohl niemand etwas gesagt hat und auch sonst nichts passiert ist.“ –S. 102

Taschenbuch, Klappenbroschur, 320 Seiten
ISBN: 978-3-442-47806-4
€ 10,00 [D] | € 10,00 [A] | CHF 14,90
Verlag: Goldmann 

Menschen sind kompliziert. Diese Tatsache muss der kleine Dackelmix Carl Leopold schnell begreifen. Sie meinen nicht das was sie sagen, tun Dinge, die nicht gut für sie sind und sie denken ständig über alles Mögliche nach! Ein Dackel muss all diese Dinge, über seine Besitzer erst mal verstehen, um ihnen der beste Hund zu werden, den sie sich wünschen können. Da hilft auch nicht die Nachbarskatze, die meint alles besser zu wissen...also wirklich: was wissen Katzen schon?


Carl Leopold musste ins Tierheim, weil er kein reiner Dackel war. Seine Mutter hatte einen kleinen Ausrutscher, und das giefiel dem Züchter so gar nicht.  Dafür muss Carl Leopold sich nun verantworten. Hoffentlich holt ihn bald jemand aus diesem furchtbaren Ort. Und da ist sie auch schon: elegant, wunderschön und perfekt für einen süßen kleinen Dackel, wie Carl Leopold einer ist. Jetzt muss der Dackelblick sitzen! Carolin heißt sein neues Frauchen. Eine tolle Frau, mit einem schönen Zuhause. Doch leider hat sie einen schlechten Geschmack für Namen. Sie nennt ihren neuen Dackel „Herkules“! Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, hat sie auch noch einen Freund, der so gar nicht zu Carolin passt. Laut, egoistisch und kein Hundefreund! Für Herkules ist die Sache schnell klar: Er muss diesen Thomas loswerden! Das gelingt ihm auch erstaunlich gut, doch jetzt ist Carolin nicht mehr sie selbst. Herkules beschließt die Sache selbst in die Pfoten zu nehmen und dafür zu sorgen, dass Carolin sich neu verliebt.

Das Buch ist komplett aus der Sicht von Herkules geschrieben. Diese Ich-Perspektive eines Hundes ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber sobald man sich auf diese Tatsache eingelassen hat, ist es ein fabelhaftes Buch, bei dem ich mich köstlich amüsiert und an manchen Stellen auch selbst wiedererkannt habe. Als Hundebesitzerin musste ich an der einen oder anderen Stelle schmunzeln, und stellte mir automatisch die Frage „Oh Gott, was muss mein Hund nur von mir denken?“ Diesen Gedankengang fand ich sehr interessant. 

Der Roman ist eindeutig auf der humorvollen Seite. Für einen schönen, entspannten Lesetag also genau das Richtige! 
Die Autorin hat es wirklich geschafft in die Sichtweise eines Hundes einzutauchen und hat dieses mit sehr viel Witz dargestellt. Im ständigen Konflikt ist Herkules auch mit einem Kater namens Herr Beck, der ihn immer wieder auf Neue herausfordert, über seinen Schatten zu springen. Die menschlichen Charaktere im Roman, müssen mit ganz anderen Dingen fertig werden, von denen ein Hund nur wenig Ahnung hat. Liebe. Will man was ernstes, nur eine Freundschaft, wie lange hält die Partnerschaft bei Menschen überhaupt...? Die Charaktere nur ziemlich oberflächlich beschrieben, was nun mal daran liegt, dass man aus der Perspektive eines Hundes, nicht mehr in die Tiefe gehen kann, was die menschlichen Gedanken und Empfindungen angeht. Dafür fand ich es toll, wie ein Hund die Gespräche und Handlungen seiner menschlichen Besitzer deuten könnte. Die Dinge, die Herkules in seinem Roman erlebt sind zum Teil ziemlich unrealistisch, aber dabei immer noch unterhaltsam!

Ich musste während dem Lesen einige Male laut auflachen. Und das ist doch wohl ein gutes Zeichen, oder? Ich denke schon! Deswegen gibt es von mir für einen tollen Roman, über das Leben aus der Sicht eines Dackelmix 4/5 Punkte! Leseempfehlung an alle, die Hunde lieben, über sie lachen können und mal aus ihren Augen auf die Welt blicken wollen! 

 

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